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Samstag, 24. Juni 2017

Unsere Geschichte

Noch vor der Gründung der deutschen Verkehrswacht entstand am 23. Juli 1923 in München die Autowacht. Sie wurde am 1. September 1923 ins Vereinsregister eingetragen (Nr.2258 VR). Die damalige Satzung liegt heute im Staatsarchiv. Dem Vorstand gehörten die Herrn Dr, Bruckmeier, Ludwig Huber und Rudolf Meier an, alle vom ADAC. Im Jahr 1925 trat die Autoverkehrswacht München der deutschen Verkehrswacht bei und führte seither den Namen Autowacht / Verkehrswacht München.

Am 26. September 1929 wurde der Verein nach 6-jährigem Bestehen aufgelöst, weil der ADAC die Betreuung der Autofahrer für sich beanspruchte.

Die Wiedergründung nach dem Krieg

Bereits im Jahr 1949 gründete die amerikanische Militärregierung einen Verkehrssicherheitsausschuss. Den Aufbau dieser Institution übertrug sie dem Verleger Heinrich Vogel, weil dieser politisch unbelastet war. Aus diesem "Verkehrssicherheitsausschuss" ging später die Verkehrswacht München hervor.

Nachdem der Verkehrssicherheitsausschuss im Jahr 1949 seine Funktion verlor, trafen sich auf Initiative des Verlegers Heinrich Vogel die sieben wichtigsten Mitglieder des Verkehrssicherheitsausschusses am 11. September 1949 in der Gaststätte "Zum ewigen Licht" am Steubenplatz. Man beschloss, sich künftig alle zwei Monate zu einem Stammtisch zu treffen und dazu weitere an der Verkehrssicherheit interessierte Personen einzuladen. Damit wollte man einerseits die Arbeit des Verkehrssicherheitsausschusses weiterführen und andererseits die Arbeit der ehemaligen Autowacht/Verkehrswacht wieder aufnehmen.

Schon im Jahr 1950 änderte man jedoch den Namen des Stammtisches. Man strich die Bezeichnung "Autowacht", um sich besser vom ADAC abzuheben und um zum Ausdruck zu bringen, dass nicht nur Autofahrer, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer betreut werden sollten. Von nun an nannte sich der Stammtisch Verkehrswacht München. Dabei war dieser Stammtisch nun nicht mehr nur ein Diskussionsforum einer großen Münchner Bürgerinitiative, sondern betrieb bereits eine eigene Geschäftsstelle. Ihre Aufgabe war es – wie seinerzeit die des Verkehrssicherheitsausschusses - die Verkehrssicherheit im Großraum München (Landeshauptstadt und Landkreis München) zu aktivieren. Zu ihren ersten Tätigkeiten zählten die sogenannten "Verkehrsschauen". Hier besichtigten sachkundige Mitarbeiter der Verkehrswacht verschiedene Örtlichkeiten, analysierten die Gefahrenstellen und berieten die Behörden. Bald kam die Entwicklung von Programmen für die Verkehrserziehung im Kindergarten und in der Schule dazu. Auch Plakataktionen wurden gestaltet, von denen eine – die sogenannter "Marterl-Aktion" aus dem Jahr 1965 - in der folgenden Abbildung wiedergegeben ist.

Nachdem sich auch in anderen Orten Bayerns – z.B. in Nürnberg – inzwischen ähnliche Einrichtungen entwickelt hatten, entstand auf Grund einer Initiative des Münchner Stammtisches in diesem Jahr auch ein Dachverband, der als Landesverkehrswacht ins Vereinsregister eingetragen wurde. Parallel dazu führte man zwar den Münchner Verkehrswachts-Stammtisch weiter, da jedoch sowohl der Vorsitzende beider Institutionen in der Person von Heinrich Vogel als auch der Geschäftsführer in der Person von Ulrich Kirschner identisch waren, hatte man nicht nur die gleiche Geschäftstelle, sondern auch einen engen Verbund der Arbeiten.

Nachdem in Bayern immer mehr örtliche Verkehrswachten entstanden und eine saubere Trennung der Arbeiten für München von jener der Landesverkehrswacht für die anderen bayerischen Verkehrswachten immer schwieriger wurde, beschloss man schließlich dem Münchner Verkehrswacht-Stammtisch eine neue Form zu geben und ihn in einen Verein umzuwandeln. Dieser wurde dann als Verkehrswacht München am 23.1.1956 in das Vereinsregister eingetragen (Nr.5682 VR).

Jahre später erfolgte noch einmal eine Namensänderung in Deutsche Verkehrswacht-Verkehrswacht München.

Im Jahr 1971 starb der erste Nachkriegsvorsitzende Heinrich Vogel, der den Auf- und Ausbau der Verkehrswacht München zu einer großen Bürgerinitative leitete. Sein Nachfolger wurde der Geschäftsführer der Münchner Modewochen, Alfred Wurm, der den Vorsitz, ebenfalls bis zu seinem Tod im Jahr 1984 innehatte. Danach übernahm der Leiter der Presse und Öffentlichkeitsarbeit der BMW AG, Horst Avenarius, den Vorsitz. Unter Wurm und Avenarius wurden die Aktivitäten der Verkehrswacht München im Sinne ihres Gründers Heinrich Vogel weitergeführt.

Schließlich wählte die Mitgliederversammlung im Jahr 1993 zum ersten mal eine Frau als Vorsitzende. Unter der Oberstaatsanwältin beim Generalstaatsanwalt München Eva Borck erfuhr die Tätigkeit der Verkehrswacht München eine starke Ausweitung. Die Verkehrswacht betreut heute nicht mehr nur punktuell einzelne Bereiche und Zielgruppen. Vielmehr bemüht sie sich um eine alle Zielgruppen erfassende "integrierte Verkehrssicherheitsarbeit für die Stadt und den Landkreis München". Dabei geht sie aufbauend vor: Die Aktivitäten setzen ein bei den Kinderärzten, damit diese die Eltern der ganz Kleinen auf die Aufgabe "Verkehrserziehung" vorbereiten. Sie setzt sich fort in den systematischen Aktivitäten für die Kindergärten und Schulen, für die jungen Fahranfänger sowie die erwachsenen Verkehrsteilnehmer und endet in der Verkehrssicherheitsarbeit mit älteren Fußgängern und Kraftfahrern.

Nachdem Frau Borck aus privaten Gründen im Jahr 2001 ihr Amt zurückgelegt hatte, übernahm Frau Brigitte März-Mittler den Vorsitz. Frau März ist eine bekannte Rundfunk- und Fernsehjournalistin im Bayerischen Rundfunk. Schon 1971 war sie mit dabei, als Bayern 3 als erste Verkehrswelle der Bundesrepublik die Arbeit aufnahm. Bekannt ist sie den Hörern von Bayern 1 auch als Moderatorin des Sonntagsjournals, sowie der Fernsehsendung BR intern. Außerdem war sie im Bayerischen Rundfunk Abteilungsleiterin für Marketing und Kommunikation. Für ihre Verdienste erhielt sie den Christophorus-Preis und den "Bayern3 Beppi". Bei der Verkehrswacht München arbeitete sie schon seit Jahren auch als Vorstandsmitglied mit, so dass die Kontinuität der Aktivitäten der Verkehrswacht München gewährleistet war. Im Jahr 2011 übernahm Herr Prof. Dr. Dr. Benedikt von Hebenstreit den Vorsitz.